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Archiv für 14. August 2010

Ach, dich gab’s ja auch noch.

14. August 2010 1 Kommentar

Wenn man als Redakteur aus der Print-Presse kommt, nun aber seinen Lebensunterhalt im Online-Bereich verdient, macht man früher oder später interessante Erkenntnisse, die eigentlich gar nicht interessant, sondern logisch sind: So eine Website will Aufmerksamkeit. Der sagt man nicht, dass sie nun fertig ist, und man jetzt eine Woche erst mal nichts mehr von ihr hören, sehen oder wissen will. Dauernd quengelt sie rum: “Befüll mich doch mal hier! Und da! Und jetzt geh ich erst mal kaputt! Und dann kannst du gucken, wen du auf einem anderen Kontinent erreichst, damit er mein offenkundig undurchschaubar konstruiertes Technikgerüst wieder zusammenflickt.” Derlei interkontinentale Komplikationen sind natürlich ein Sonderfall. Soll es aber geben.

Wenn die Website einem aber auch das Brot auf den Tisch bringt, arrangiert man sich. Wobei ich Brot gar nicht so gerne mag. Arrangieren muss man sich trotzdem. Bald akzeptiert man, dass man ansonsten keine Zeit mehr hat. Ist ja auch reichlich überschätzt, diese Zeit. Und so wie man irgendwann bemerkt, dass eine der heimischen Grünpflanzen auf dem Weg zum Wasserhahn im Wohnungsflur zusammengebrochen ist, bemerkt man irgendwann auch, dass man über die Alpha-Website hinaus seine Online-Pflänzchen lange nicht mehr gegossen hat. Erstaunlich, wie lange ich in einer ekelhaften Gefälligkeit an meinem eigenen Text gebraucht habe, um zum Punkt zu kommen:

Ja, ich habe hier ganz schön lange keine Beiträge veröffentlicht. Ist bestimmt schon drei Wochen her. Ach nein, es waren drei Monate. Zeit ist also nicht nur überschätzt. Sie vergeht auch schnell. Bevor dass so ein jämmerlicher “Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit, man wird alt und gebrechlich, stirbt und bekommt’s gar nicht mit”-Text wird, höre ich jetzt auf.

KategorienSach- und Lachgeschichten Tags:
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