Wenn man als Redakteur aus der Print-Presse kommt, nun aber seinen Lebensunterhalt im Online-Bereich verdient, macht man früher oder später interessante Erkenntnisse, die eigentlich gar nicht interessant, sondern logisch sind: So eine Website will Aufmerksamkeit. Der sagt man nicht, dass sie nun fertig ist, und man jetzt eine Woche erst mal nichts mehr von ihr hören, sehen oder wissen will. Dauernd quengelt sie rum: “Befüll mich doch mal hier! Und da! Und jetzt geh ich erst mal kaputt! Und dann kannst du gucken, wen du auf einem anderen Kontinent erreichst, damit er mein offenkundig undurchschaubar konstruiertes Technikgerüst wieder zusammenflickt.” Derlei interkontinentale Komplikationen sind natürlich ein Sonderfall. Soll es aber geben.
Wenn die Website einem aber auch das Brot auf den Tisch bringt, arrangiert man sich. Wobei ich Brot gar nicht so gerne mag. Arrangieren muss man sich trotzdem. Bald akzeptiert man, dass man ansonsten keine Zeit mehr hat. Ist ja auch reichlich überschätzt, diese Zeit. Und so wie man irgendwann bemerkt, dass eine der heimischen Grünpflanzen auf dem Weg zum Wasserhahn im Wohnungsflur zusammengebrochen ist, bemerkt man irgendwann auch, dass man über die Alpha-Website hinaus seine Online-Pflänzchen lange nicht mehr gegossen hat. Erstaunlich, wie lange ich in einer ekelhaften Gefälligkeit an meinem eigenen Text gebraucht habe, um zum Punkt zu kommen:
Ja, ich habe hier ganz schön lange keine Beiträge veröffentlicht. Ist bestimmt schon drei Wochen her. Ach nein, es waren drei Monate. Zeit ist also nicht nur überschätzt. Sie vergeht auch schnell. Bevor dass so ein jämmerlicher “Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit, man wird alt und gebrechlich, stirbt und bekommt’s gar nicht mit”-Text wird, höre ich jetzt auf und weise nur noch schnell darauf hin, dass die besagte Alpha-Website mittlerweile online ist – die deutsche (Beta-)Version von IGN. Wenn du über diesen Link nicht auf der deutschen IGN-Seite landest, bist du wahrscheinlich einer meiner zahlreichen Leser im Ausland. Du folgst einfach diesem Link.
Heute eins der beeindruckendsten YouTube-Videos überhaupt gesehen: Eine sehr bemerkenswerte Darstellung der deutschen Invasion der Ukraine im zweiten Weltkrieg. Klingt sperrig, ist aber ganz großartig.
Auf besonderen Wunsch ein paar Worte zum iPad nach dem ersten Testlauf. Das Ganze recht ungeordnet und kurz, da meine Zeit momentan ein wenig knapp ist. Ich hab das 64GB-Modell, das mir ein alter Kollege freundlicherweise aus den USA mitgebracht hat. Und das iPad macht echt was her, das Display ist toll, alles flutscht flüssig und gefällig. Die Synchronisierung via MobileMe klappt gewohnt einfach.
Apps wie der Marvel-Reader oder auch Labyrinth 2 HD sind sehr hübsch, iPhone-Apps kann ich mir auf dem iPad aber nicht geben, das sieht schon sehr bescheiden aus. Komisch, dass selbst Sachen wie die Facebook-App noch nicht in einer iPad-Variante am Start sind. Auch zum Beispiel iWork vermisse ich noch. Apples iBooks-App ist bisher auch noch nicht im deutschen Store.
Begeistert bin ich aktuell von der App Air Video (2,39 Euro), mit der man mehr oder wenige alle Videos (inklusive HD-MKVs) via W-Lan (bei 3G-iPhones und den künftigen 3G-iPads auch via 3G) vom Rechner auf das iPad streamen kann. Läuft fantastisch und besser als alle vergleichbaren Programme, die ich bisher z. B. für PS3 und Co. kannte. So muss ich Videos nicht mehr auf das iPad übertragen – und vorher noch konvertieren.
Aber ganz ehrlich: So richtig, richtig weiß ich auch nicht, warum ich das iPad brauche. Klar, man kann schon viel mit machen. Aber halt auch nichts, was ich je nach Anwendung nicht auch mit iPhone oder MacBook Pro machen könnte. Zugriff auf den App Store ist übrigens noch nicht direkt über das iPad möglich. Apps kann ich aber übers MacBook ziehen und dann via Synchronisierung auf das iPad bringen.
Ein kleines Manko noch: Mein MacBook Pro liefert via USB scheinbar nicht genug Strom zum Aufladen. Ich muss das iPad also an die Steckdose hängen. Das Problem haben so einige Nutzer. Dafür scheint der Akku aber echt prima zu sein. Gestern viel rumgespielt mit dem Gerät, Akku heute morgen dann auf 75%.
Der Deutschland-Start wurde übrigens just heute auf Ende Mai verschoben. Ha!